Prof.-Adalbert-Seifriz-Preis für Technologietransfer 2008 - Meister und Professor als Erfolgsteam

Datum: 
19.09.2008


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Prof.-Adalbert-Seifriz-Preis für Technologietransfer 2008 Meister und Professor als Erfolgsteam

Vier Preisträgerpaare können feiern. Sie gewannen den „Prof.-Adalbert-Seifriz-Preis für Technologietransfer 2008“. Das bringt insgesamt 20.000 Euro Preisgeld und volle Auftragsbücher.

Seit 20 Jahren werden innovative Handwerker für ihre Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern mit dem „Prof.-Adalbert-Seifriz-Preis für Technologietransfer“ ausgezeichnet. Es ist eine Erfolgsstory mit jährlicher Fortsetzung, und auch 2008 konnte die Zeitschrift „handwerk magazin“ aus dem Holzmann Verlag (Bad Wörishofen) zusammen mit dem Verein Technologietransfer Handwerk wieder vier Gewinnerpaare auszeichnen, die sich das Preisgeld von insgesamt 20 000 Euro teilen.

Einer der Gewinner des Seifriz-Preises 2008 ist:

Waagenbau Dohmen GmbH zusammen mit der Fachhochschule Aachen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Dohmen Waagenbau GmbH / Fachhochschule Aachen

Peter Dohmen
in Würselen im Bereich der Handwerkskammer Aachen

sowie

Professor Dr. Volker Sander von der Fachhochschule Aachen
für die Entwicklung einer Unterflur-Straßenfahrzeugwaage

Begleitet wurde der Technologietransfer durch den Technologie-Berater Dipl.-Ing. Michael Franssen von der Handwerkskammer Aachen.

Eine Waage mit Fernbedienung

Wer per Lkw oder Traktor Ladungen erhält, die nach Gewicht abgerechnet werden, wünscht sich eine möglichst genaue Unterscheidung zwischen Brutto- und Nettolast. Er möchte schliesslich nicht zu viel bezahlen. Als Konsequenz muss der Fahrer zweimal auf die Waage fahren, einmal mit und einmal ohne Fracht. Mit diesem
umständlichen Verfahren wollten sich einige Betreiber von Biogasanlagen im Rheinland nicht mehr abfinden, zumal für jede Gewichtsbestimmung ein Mitarbeiter abgestellt werden musste.

Der Traktor- oder Lkw-Fahrer, der Mais, Kartoffeln und andere Rohstoffe anliefert, soll das Gewicht seiner Ladung selbst ermitteln, äusserten die Betreiber ihren Wunsch gegenüber Martin und Peter Dohmen, den Inhabern der Waagenbau Dohmen GmbH in Würselen mit 25 Mitarbeitern.

Weil das Gewicht eines Nutzfahrzeugs inklusive Anhänger sich allenfalls marginal ändere, müsse eine einmalige Erfassung und Dokumentation ausreichen, fand Martin Dohmen. „Wir haben daraufhin ein Komplettsystem aus Fahrzeugwaage, Funkfernbedienung, Ampelsteuerung und Terminals entwickelt, das jedes Detail berücksichtigt“, erklärt der Metallbauer. Der Fahrer muss nicht einmal das Fahrzeug verlassen: Nach Auffahrt auf die ebenerdige Waagenbrücke ermittelt er vom Führerhaus aus mit einem mobilen Funkterminal, das eine eigene ID-Nummer hat, das aktuelle Bruttogewicht. Anschliessend werden die Zahlen mit dem dokumentierten Leergewicht verrechnet und inklusive ID-Nummer, Uhrzeit und Lieferantendaten in die stationäre EDV übertragen. Wenn dieser Vorgang abgeschlossen ist, gibt die Ampel den Weg für die Weiterfahrt frei.

Die Datenerfassungsprogramme für Mobilgeräte und stationäre PCs mussten extra entwickelt werden. Die vier Software-Experten im Haus wurden dabei von Professor Volker Sander von der Fachhochschule Aachen unterstützt. Am Ende der 18-monatigen Entwicklungsarbeiten stand eine völlig neue Software, die auf einer Microsoft-Plattform mit einer SAP-Datenlösung arbeitet.

Das System wurde pünktlich zur Ernte 2008 fertig und wird bereits von sechs Kunden eingesetzt. Zahlreiche weitere Bestellungen liegen vor, so dass Dohmen einen zusätzlichen Programmierer einstellte. Der grösste Vorteil der Software ist ihre Flexibilität.


Über die Preisvergabe entschieden hat eine vom Verein Technologietransfer Handwerk eingesetzte, unabhängige Jury. Ihr gehörten an:

  • Vorsitz: Prof. Dr. Johann Löhn, Ehrenkurator der Steinbeis-Stiftung, Stuttgart
  • Dr.-Ing. Ursula Beller, Leiterin Technologie-Transfer-Ring Handwerk NRW, Düsseldorf
  • Dr. Rainer Neumann, Leiter Abteilung Gewerbeförderung, ZDH, Berlin
  • Dr.-Ing. Günter Hörcher, Abteilungsleiter Innovations- und IP-Management, Fraunhofer-Technologie-Entwicklungsgruppe TEG, Stuttgart
  • Christine Sabbah, Abteilungsleiterin Umwelt und Technologie, Baden-Württembergischer Handwerkstag, Stuttgart
  • Rainer Reichhold, Präsident der Handwerkskammer Region Stuttgart
  • Dipl.-Ing. (FH) Manfred Scharpf, Geschäftsführer der Firma Karl Scharpf GmbH & Co. KG und Kreishandwerksmeister der Kreishandwerkerschaft Esslingen
  • Gerhard Stroka, Landesdirektor Stuttgart, Signal Iduna Gruppe Versicherungen und Finanzen, Stuttgart
  • Reinhold Mulatz, Redakteur, handwerk magazin, Gräfelfing/München.