Diskussion über flache oder tiefbauende Fahrzeugwaagen

Die Entscheidung zwischen einer flachen und einer tiefbauenden Fahrzeugwaage führt zu erheblichen Unterschieden und Risiken im Betrieb für eine lange Zukunft. Unsere tiefbauende Standard-Fahrzeugwaage hat eine lichte Einbautiefe von 115 cm. Dadurch entsteht ein Arbeitsraum von mindestens 95 cm unter der Waagenbrücke. Flachwaagen mit lichten Einbaumaßen von 60-80 cm haben nur niedrige Kriechräume von nur 45–65 cm.

 
   

Nachfolgend wollen wir Ihnen die zur Planung wichtigen Aspekte darlegen:

  1. Arbeitsschutz und Unfallverhütung
  2. Nacheichung und Kontrolle
  3. Reinigungsmöglichkeiten
  4. Flutung durch Wasser
  5. Einfrieren im Winter
  6. Einteilige Waagenbrücke
  7. Wartung, Reparatur und Kalibrierung
 

zu 1)    Arbeitsschutz und Unfallverhütung

Die eingeschränkte Arbeitssituation in Unterflur-Fahrzeugwaagen fand bislang bei den Verantwortlichen (Berufsgenossenschaft, Unternehmensleitung, Eichbehörde) wenig Beachtung.

Der Unternehmer hat alle erforderlichen Maßnahmen zur Verhütung von Arbeitsunfällen, Berufskrankheiten und arbeitsbedingten Gesundheitsgefahren zu treffen.

Die Arbeiten in engen Räumen (wie z.B. bei Flachwaagen), die häufig nass und stark verschmutzt sind, werden von den Versicherungsträgern z.B. den Berufsgenossenschaften als riskant eingestuft.

Ferner muss der auch Maßnahmen für eine wirksame „Erste Hilfe“ gewährleisten. Eine Bergung aus dem Kriechraum einer Flachwaage ist unter Umständen nur durch Abnehmen der Wägebrücke möglich. Dies verzögert eine wirksame „Erste Hilfe“ erheblich.

Zur Zeit stehen diese Punkte offiziell zur Diskussion.

Mindestanforderungen bei den Maßnahmen und Mindestmaße für Arbeitsräume sollen neu definiert werden.

Mit einer tiefbauenden Standard-Fahrzeugwaage sind Sie auf der sicheren Seite. Bei Änderung der Anforderungen bleiben Ihnen kostenintensive Umrüstungen einer Flachwaage erspart.

 

 

 


 

zu 2)    Nacheichung und Kontrolle durch das staatliche Mess- und Eichwesen

Die im Abstand von 3 Jahren zu erfolgenden Nacheichungen und die sporadisch angesetzten Befundsprüfungen dürfen in Deutschland nur durch die staatliche Eichbehörde durchgeführt werden. Hier erwartet das Eichamt die Einhaltung der „Allgemeinen Vorschriften“ in der Eichordnung.

Diese schreibt u. a. eine vorhandene und auch wirksame Entwässerung der Waagengrube, einen sauberen, begehbaren Arbeitsraum zwecks Überprüfung der Wägezellen und der Klemmkästen und gepflegte Konstruktionsteile als Garant für die dauerhafte Standsicherheit vor.

Nur so kann die geforderte Messgenauigkeit für die folgende Eichperiode erreicht werden.

Eine tiefbauende Standard-Fahrzeugwaage gewährleistet den problemlosen Zugang und vermeidet Probleme und zusätzliche Kosten bei der Nacheichung.

 

 

 


 

zu 3)    Reinigungsmöglichkeit

Verschmutztes Oberflächenwasser, verstreutes Wägegut wie Sand, Kunstdünger (fest oder flüssig), Mais usw. dringen im Laufe der Zeit meist in größeren Mengen durch den Spalt zwischen Grube und Waagenbrücke in die Waagengrube ein. Reichlich versetzt mit Exkrementen von Nagern, wie Mäuse und Ratten, sowie Würmern in Massen bilden sich Gase. Dies stellt einen reichlichen Nährboden für Keime und Krankheitserreger dar.

Eine häufige Reinigung ist zwingend erforderlich, um den einwandfreien Betrieb der Waage aufrecht erhalten zu können.

Waagengruben mit einer Tiefe unter 80 cm machen eine ordentliche Reinigung bei eingebauter Waagenbrücke fast unmöglich. Die Reinigungskraft kann hierbei nur liegend arbeiten. Ein Eimer, als Traggefäß, lässt sich nur erheblich eingeschränkt füllen.

Das Ausspritzen der Grube mittels Hochdruckreinigern ist hierbei kritisch. Zum einen sind anschließend die Typenschilder der Wägezellen oftmals nicht mehr leserlich oder Eichmarken gelöst, zum anderen kann der Abfluss verstopfen.

Absaugfahrzeuge oder -geräte verfügen nicht über Schläuche, die so flexibel sind, um in jede Ecke der Waagengrube zu gelangen.  

Die teuerste Möglichkeit der Reinigung wäre das Aus- und Wiedereinbauen der Waagenbrücken mit Kränen.

Informieren Sie sich selbst vor Ihrer Entscheidung und begehen, bzw. „bekriechen“ Sie die verschiedenen Waagentypen!

 

 

 


 

zu 4)    Flutung durch Wasser

Erfahrungsgemäß kommt es relativ häufig vor, dass Unterflur-Fahrzeugwaagen aus unterschiedlichen Gründen mehr oder weniger stark mit Wasser geflutet werden.

Gründe hierfür können ein Rückstau aus überlasteten Kanälen, verstopfte Abflüsse oder die Nutzung als Auffangbecken für Löschwasser sein.

Bei Flachwaagen stehen die Stahllager und Wägezellen sofort unter Wasser. Bei einer tieferen  Waagengrube stehen die Lager und Wägezellen auf Betonsockeln und sind somit weniger der Flutung und dadurch verursachten Defekten ausgesetzt.

 

 


 

zu 5)    Einfrieren im Winter

Je flacher eine Waagengrube ist, umso größer ist die Gefahr, dass der eingedrungene Schmutz befriert und die Waage außer Funktion setzt.

Da die flache Waagengrube dann in diesem Zustand kaum zu reinigen ist, kann es zu längeren Ausfallzeiten kommen.


 

zu 6)    Einteilige Waagenbrücke

Einteilige Waagenbrücken - insofern sie massiv genug gebaut werden - haben den Vorteil, dass nur 4 Wägezellen zur Gewichtsermittlung benötigt werden. Dadurch ist auch eine optimale Lastverteilung auf die Wägezellen gegeben.

Die aus dem hohen Eigengewicht der Brücke resultierende Massenträgheit erlaubt ein Einschwingen der Waage (Stillstand) in kürzester Zeit.

Auch können Fahrzeuge im Gegensatz zu ungekoppelten Doppelbrücken auch im gebremsten Zustand verwogen werden.

Selbst der Schrägeinbau - bis max. 5% - wird bei einer Waage mit einteiliger Brücke in besonderen Fällen von der Eichbehörde genehmigt.



 

zu 7)    Wartung, Reparatur und Kalibrierung

Unumstritten ist, dass die hin und wieder notwendigen Wartungs- und Reparaturarbeiten in einer Waage mit ausreichend Arbeitsraum (mind. 80cm) sorgfältiger ausgeführt werden können, als bei Flachwaagen.

Betriebssicherheit und Lebensdauer werden bei ordentlicher Reinigung und Wartung wesentlich erhöht.

Bei einem aus z. B. technischem Fortschritt geplanten Umbau auf ein anderes Messsystem ist man bei Flachwaagen aufgrund der geringen Einbauhöhe erheblich eingeschränkt. 

 


 

Fazit:   

Lange Lebensdauer, Betriebssicherheit, hohe Messgenauigkeit, einfache Verwendung und gute gefahrlose Reinigungsmöglichkeit und damit niedrigere Folgekosten sprechen für eine tiefbauende Standard-Waage. Berücksichtigen Sie, dass diese die Einhaltung der gesetzlichen und berufsgenossenschaftlichen Vorgaben auch in der Zukunft möglich machen.

Wir sind der Meinung, dass diese Gründe dafür sprechen, eine tiefbauende Standard-Fahrzeugwaage einer Flachwaage vorzuziehen.